


Der Lebensweg von Heinz Erhardt begann alles andere als harmonisch: Kurz nachdem er am 20. Februar 1909 auf die Welt gekommen war, trennten sich seine Eltern. Der Junge wuchs hauptsächlich bei den Eltern seiner Mutter in Riga auf, die das Musikhaus P. Neldner führten. Mit zehn Jahren holte ihn sein Vater, der Kapellmeister Gustav Erhardt, zu sich und seiner zweiten Frau nach Hannover. "Schulbesuch wenig erfolgreich", notierte Heinz Erhardt später. "1924 bis 1926 wieder in Riga. Auch dort in der Schule kein Fortkommen. Ich machte, dass ich fortkam."
Von "Großväterchen" Neldner in die Musikalienlehre nach Leipzig geschickt, ließ sich Heinz Erhardt am dortigen Konservatorium nebenbei am Klavier und in Komposition ausbilden. Nach zwei Jahren stellte der Großvater die Unterhaltszahlungen ein, und der 20-Jährige musste als Noten- und Klavierverkäufer nach Riga zurückkehren. Dort trat er, oft unbezahlt, mit "humoristischen Liedern" als Alleinunterhalter auf. Von ersten Erfolgen zu Hause beflügelt, wagte er sich ins brodelnde Berlin der frühen 30er-Jahre.
Dort aber hatte man nicht auf den Humoristen aus Riga gewartet: "Große Pleite", kommentierte Heinz Erhardt. Keine Pleite war die Begegnung mit Gilda Zanetti, die er im Frühjahr 1934 in einem Fahrstuhl in Riga kennenlernte und am 5. Januar 1935 heiratete: Die Verbindung, der vier Kinder entsprangen, hielt ein Leben lang.




